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Wilson und Ruckstuhl brechen 4 Schweizer Rekorde

Auf dem Weg nach London

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Grossartige Exploits des Sprinters Alex Wilson (Old Boys Basel) und der jungen Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl (STV Altbüron): Die beiden WINFORCE-Athleten schreiben mit je zwei Schweizer Rekorden nationale Leichtathletikgeschichte!

Nachdem er in Basel mit 10,16 über 100 m bereits einen Nachweis seiner starken Form erbracht hatte, legte Wilson in Weinheim noch einen drauf. In den Vorläufen gelang ihm ein perfekter Auftritt und er nutzte die optimalen Bedingungen auf der insbesondere bei Sprintern beliebten Anlage. Mit 10,11 Sekunden verbesserte er nicht nur seinen eigenen Schweizer Rekord (aufgestellt 2013 in Bulle) um einen Hundertstel, mit der gleichen Differenz unterbot er auch die WM-Limite. Im Final realisierte Wilson mit 10,27 bei einem Gegenwind von 1,0 m/s erneut eine formidable Zeit und konnte sich als Tagessieger feiern lassen.

Nach dem Rennen mit der 4×100-m-Staffel (Sieg in 39,11) trat Wilson auch noch über die halbe Bahnrunde an und zeigte auch dort einen entfesselten Lauf. Mit 20,37 Sekunden unterbot er die WM-Limite um 7 Hundertstel, den alten Schweizer Rekord von Kevin Widmer aus dem Jahr 1995 verbesserte er um 4 Hundertstel. Der gebürtige Jamaikaner, der seit 2010 für die Schweiz starten darf, kann sich nun definitiv als schnellster Schweizer aller Zeiten bezeichnen.

Dieser doppelte Erfolg hat für Alex Wilson eine grosse Bedeutung, fehlten ihm doch vor zwei Jahren über 100 und 200 m nur weniger Hundertstel zur Qualifikation für die WM in Beijing. Nun kann er sich auf seine dritte WM nach 2011 in Daegu und 2013 in Moskau freuen. Seine ersten Resultate dieser Saison zeigen den nationalen Rekordhalter auf, dass sich die intensive Saisonvorbereitung mit einem längeren Trainingslager in Florida bezahlt macht.

Ebenfalls mit zwei Schweizer Rekorden brillierte die erst 19-jährige Géraldine Ruckstuhl beim internationalen Mehrkampf-Meeting in Götzis: Mit 6291 Punkten verbesserte sie den 32 Jahre alten Landesrekord im Siebenkampf und erfüllte die Limite für die WM in London. Mit 58,31 m stellte sie zudem einen Schweizer Speer-Rekord auf.

Die Luzernerin liess sich von der grossartigen Atmosphäre des weltweit bedeutendsten Mehrkampf-Meetings während zweier Tage beflügeln. Nachdem sie am ersten Tag vier persönliche Freiluft-Bestmarken realisiert hatte, erlitt sie am Sonntag mit 5,74 m im Weitsprung zunächst einen kleinen Dämpfer. Davon liess sie sich nicht beirren: Gleich im ersten Versuch schleuderte sie den 600-Gramm-Speer 58,31 m weit. Damit verbesserte sie den Schweizer Rekord von Nadja-Marie Pasternack (LAC TV Unterstrass/55,11 m) um mehr als drei Meter. Diese Weite bedeutete während einiger Minuten sogar Meetingrekord, ehe die Belgierin Nafissatou Thiam ein Wurf auf 59,32 m gelang. Ruckstuhls bisheriger U20-Landesrekord lag bei 54,31 m.

Im abschliessenden 800-m-Lauf teilte sich die U18-Weltmeisterin von 2015 ihre Kräfte geschickt ein und warf sich nach 2:16,68 Minuten ins Ziel; auch dies ist für sie ein persönlicher Bestwert. Als auf der Anzeigetafel ihre Punktzahl von 6291 aufleuchtete, konnte sie ihr Glück kaum fassen. Sie übertraf damit den Schweizer Rekord von Corinne Schneider (6265) aus dem Jahr 1985 ebenso wie die Limite für die WM in London (6200) und den Schweizer U20-Rekord von Caroline Agnou (6123). Die Limite für die U20-EM in Grosseto (5100) übertraf sie um mehr als 1100 Punkte.

Für Géraldine Ruckstuhl, die seit ihrer Jugend in ihrem Heimverein STV Altbüron aktiv ist, ist dieser Erfolg ein weiterer Meilenstein in ihrer Karriere. 2015 wurde die mehrfache Gewinnerin des UBS Kids Cups in Cali U18-Weltmeisterin im Siebenkampf. Die Ukrainerin Alina Shukh und die Österreicherin Sarah Lagger, die damals neben ihr auf dem Podest standen, liess sie bei ihrer Premiere in Götzis erneut hinter sich. Im Februar 2016 stürzte sie bei einem Trainingsunfall in Magglingen derart unglücklich auf eine Hürde, dass sie sich schwere innere Verletzungen zuzog und wochenlang mit dem Training aussetzen musste. Im Sommer gelang ihr mit dem Speer immerhin die Qualifikation für die U20-WM in Bydgoszcz (POL), wo sie im Final den starken 7. Platz erreichte. Nun gelang ihr in Götzis der Wettkampf ihres Lebens.

"Ich hätte nie erwartet, dass ich eine solche Punktzahl erreichen würde. Wahrscheinlich realisiere ich erst in den nächsten Tagen, was ich hier geschafft habe", sagte Rückstuhl. "Dies war mein erster grosser Siebenkampf nach meiner Verletzung vor einem Jahr. Mein Ziel war, über 6000 Punkte zu kommen. Nach dem ersten Tag liebäugelte ich mit dem Schweizer U20-Rekord. Dass ich nun die WM-Limite und den Rekord bei den Aktiven übertroffen habe, ist unglaublich."

Die Atmosphäre in Götzis nahm sie als inspirierend wahr. "Vor dem Hürdenlauf war ich sehr nervös, aber danach bin ich gut in den Wettkampf reingekommen. Ich hatte meine Vorbilder unmittelbar neben mir, das war ein spezielles Gefühl. Sehr beeindruckend, aber auf eine positive Weise."

Nach diesem Exploit gilt das Augenmerk der Athletin wieder ihrer KV-Ausbildung. "Ich stecke mitten im Lehrabschluss-Stress. Die Heimfahrt aus Götzis werde ich nutzen, um für die nächsten Prüfungen zu lernen."

Quelle: Swiss Athletics
Bild: athletix.ch