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Erster Schweizer Sieg durch Nicole Büchler

IAAF Diamond League

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Die Stabhochspringerin Nicole Büchler (LC Zürich) sorgte am Diamond-League-Meeting in Stockholm (SWE) für einen Eintrag ins Schweizer Leichtathletik-Geschichtsbuch. Die WINFORCE-Athletin gewann erstmals überhaupt für die Schweiz einen zur höchsten Meeting-Serie gehörenden Wettkampf.


Büchler siegte in der schwedischen Hauptstadt bei starkem und wechselndem Wind mit 4,65 m und verbesserte ihre persönliche Saisonbestleistung um 5 Zentimeter. Die Ränge 2 und 3 gingen an die Schwedin Angelica Bengtsson und an die Venezolanerin Robeilys Peinado. Beide übersprangen wie Büchler 4,65 m.

Die Seeländerin meisterte diese Höhe im ersten Versuch, nachdem sie zuvor bei 4,55 m zweimal gescheitert war und vor dem Aus gestanden hatte. Nach ihren Fehlversuchen mit (zu) weichen Stäben wechselte Büchler auf eine Stabhärte, mit welcher sie in diesem Jahr zuvor noch nie gesprungen war. Büchler wusste, dass sie 4,65 m so auch mit einem "halbherzigen Sprung" würde überqueren können – trotz überaus schwieriger Bedingungen. Nach ihrem missratenen Auftritt in Oslo unter der Woche konzentrierte sie sich am Sonntag mehr auf die Technik und den Anlauf. "Technisch waren meine Sprünge nicht gut, aber mit diesem Resultat habe ich überhaupt nicht gerechnet", sagte Büchler nach ihrem Triumph gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Der Sieg der Bielerin kam überraschend, weil sie zuvor in dieser Saison im Rahmen der Diamond League überhaupt nicht auf Touren gekommen und bereits zweimal – zuletzt am vergangenen Donnerstag – ohne gültigen Versuch geblieben war. Vor Selbstvertrauen habe sie deshalb vor ihrem vierten Diamond-League-Auftritt in dieser Saison nicht gerade gestrotzt. "Ich wusste, dass ich Geduld haben muss."

Vor einem Jahr hatte die Seeländerin die Outdoor-Saison mit einem Paukenschlag und einem Schweizer Freiluft-Rekord (4,78 m) eröffnet. An der Hallen-WM war sie zuvor Vierte geworden. Heuer verlief der Saisoneinstieg deutlich zäher. Ende Februar wurde bei ihr eine Diskushernie diagnostiziert, weshalb sie die Hallen-Saison abrupt abbrechen musste. Vier Monate später triumphierte sie nun als erste Schweizerin bei einem Diamond-League-Wettkampf – das Rennen über 400 m Hürden mit Sieger Kariem Hussein 2015 in Zürich zählte nicht zum Diamond Race – und liess dabei unter anderen die Weltmeisterin Yarisley Silva (5.) hinter sich. Die griechische Olympiasiegerin und Europameisterin Katerina Stefanidi, mit 4,85 m seit ihrem Sieg in Rom Anfang Juni die Jahresbeste, war im altehrwürdigen Stockholmer Olympiastadion nicht am Start.

Für das zweite Highlight aus Schweizer Sicht zeichnete die 800-m-Läuferin Selina Büchel (KTV Bütschwil) verantwortlich. Die St. Gallerin lief dank einem starken Finish in den 3. Rang und wurde in 1:59,66 Minuten gestoppt, womit sie bloss 20 Hundertstelsekunden über ihrer Saisonbestzeit blieb. 200 m vor dem Ziel hatte Büchel erst an 7. Position gelegen.

Mit dem Erreichten zeigte sich Büchel sehr zufrieden. "Ein dritter Platz in einem solch starken Feld, das ist ein super Ergebnis. Ich wäre gerne noch etwas schneller gelaufen aber die Bedingungen waren nicht ideal, es ging wirklich ein sehr starker Wind. Das Rennen war schwierig, es ging nicht ganz so auf, wie ich das geplant hatte. Ich wollte mich vorne positionieren, verlor aber am Start schon das Duell gegen Anita Hinriksdottir, die mit mir zusammen in der Bahn startete. So musste ich mich ganz hinten einreihen, wobei das gar nicht schlecht war, da ich vom Wind geschützt war."

Alex Wilson (Old Boys Basel) klassierte sich beim Diamond-League-Meeting in Stockholm über 100 m im 7. Rang. Der Basler unterbot den eigenen Landesrekord in 10,08 Sekunden zwar um drei Hundertstelsekunden, allerdings fand das Rennen bei deutlich zu starkem Rückenwind (4,8 m/s) statt. Einen Eintrag in die Schweizer Rekordbücher gibt es deshalb nicht. Wilson nahm erstmals an einem Diamond-League-Meeting im Ausland teil.

Die Sprinterin Sarah Atcho (Lausanne-Sports) hat beim nationalen Meeting in Bulle die 200 m in 22,91 Sekunden absolviert und damit die WM-Limite für London (GBR/4. bis 13. August) erfüllt. Einmal mehr erwies sich die Leichtathletik-Anlage in Bulle als prädestiniert für schnelle Zeiten. Das Frauenrennen über 100 m konnte bei 1,3 m/s Rückenwind durchgeführt werden. Das wusste Sarah Atcho zu nutzen und gewann das Rennen in persönlicher Bestzeit von 11,33 Sekunden.

Das war aber nur ein Vorgeschmack auf das, was über 200 m folgen sollte. Dort lief Atcho zum ersten Mal in ihrem Leben unter 23 Sekunden. Mit 22,91 unterbot sie bei 1,9 m/s Rückenwind die WM-Limite um 19 und ihre persönliche Bestzeit um satte 39 Hundertstelsekunden. Für die Romande ist dieser Auftritt auch deshalb besonders erfreulich weil sie in den letzten Wochen gesundheitlich leicht angeschlagen war. Dass sie sich um ihre Form aber keine Sorgen machen muss, untermauerte sie mit dieser Leistung eindrücklich.

Quelle: sda / Swiss Athletics
Bild: athletix.ch