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Gold für Agnou, Silber und Bronze für Atcho

U23-EM Bydgoszcz

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Mit dem besten Siebenkampf ihres Lebens gewann Caroline Agnou an den U23-Europameisterschaften in Bydgoszcz die Goldmedaille. Sarah Atcho holte Silber über 200 m und Bronze mit der 4x100-m-Staffel.

Obendrauf knackte die 21-jährige Agnou die Limite für die WM im August in London und verbesserte mit 6330 Punkten sogar den Schweizer Rekord, den Géraldine Ruckstuhl erst vor einem Monat aufgestellt hatte, um 39 Punkte.

Die frischgebackene U23-Europameisterin konnte ihr Glück kaum fassen. "Ich wusste, dass ich in Topform bin", freute sich Agnou. "Dass ich mit einer Hürden-Bestleistung aber gleich so gut in den Wettkampf finden würde, hätte ich nicht gedacht. Danach ist alles super aufgegangen, es ist der absolute Wahnsinn." Ungläubig war auch ihr Blick auf die Anzeigetafel nach dem Wettkampf. "Mein Ziel war es, hier eine persönliche Bestleistung aufzustellen, mit dem Schweizer Rekord hätte ich aber nie gerechnet." Die Genugtuung sei gross, da sie nach ihrem U20-EM-Titel 2015 im letzten Jahr ein Tief mit Verletzungen durchmachen musste.

Anders als bei ihrem Gewinn des U20-EM-Titels in Eskilstuna 2015 führte die WINFORCE-Athletin das Siebenkampf-Gesamtklassement nicht überlegen an, sondern musste bis zur zweitletzten Disziplin um den Sieg kämpfen. Erst dank Patzern der Konkurrenz im Speerwerfen wuchs ihre Marge auf die Zweitplatzierte vor dem 800-m-Lauf auf 174 Punkte an.

Agnou wollte jedoch nichts davon wissen, den Vorsprung zu verwalten. Immerhin standen dank einem Wettkampf, in dem sie in fünf von sieben Disziplinen persönliche Bestleistungen aufstellte, plötzlich auch der Schweizer Rekord und die WM-Limite auf dem Spiel. Mit letzter Kraft kam sie über 800 m nach 2:16,06 Minuten im Ziel an.

Die Bielerin holte in Bydgoszcz erst die zweite goldene Medaille für die Schweiz. Bisher einzige U23-Europameisterin war 2015 die Emmentalerin Noemi Zbären über 100 m Hürden, auch sie eine WINFORCE-Athletin.

Für Sarah Atcho ist Silber es eine Premiere. Noch nie hat sie in einer Einzel-Disziplin an einem Grossanlass eine Medaille gewonnen. Als Topresultat hatte sie von den U23-Europameisterschaften 2015 ein sechster Rang über 200 m vorzuweisen. Wie sich ein U23-EM-Podest anfühlt, wusste sie allerdings: 2015 hatte sie mit der 4x100-m-Staffel die Bronzemedaille nach Hause gebracht. Dank der Silbermedaille über 200 m steht sie nun erstmals ganz alleine im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Die 22-Jährige, die mit ihren langen Beinen und ihrem raumgreifenden Schritt an die sechsfache Olympiasiegerin Allyson Felix erinnert, war schon im Vorlauf die Zweitschnellste (22,96 Sekunden). Gleiches gelang ihr im Halbfinal, wo sie 22,99 lief. Konstanz auf allerhöchstem Niveau bewies sie, in dem sie im Final erneut unter 23 Sekunden lief. Diesmal stellte sie mit 22,90 gar eine persönliche Bestleistung auf.

Zur Goldmedaille fehlte Atcho denkbar wenig. Die WINFORCE-Athletin kämpfte auf der Zielgerade und blieb bis zum Schluss an der Siegerin Finette Agyapong (GBR) dran. Nur drei Hundertstel entschieden zwischen Gold entschieden zwischen Gold und Silber.

Dass Sarah Atcho als eine der Favoritinnen ins Rennen stieg, ging nicht spurlos an ihr vorbei. "Ich verspürte einen grossen Druck, musste vor dem Start gar etwas weinen", berichtete sie. "Aber ich schaffte es, die Angst vor dem Lauf nicht zu gross werden zu lassen und mich zu fokussieren. Da hat mir auch geholfen, dass ich im Callroom vom Speaker hörte, dass Angelica im Stabhochsprung gewann. Sie hat mich inspiriert."

Der Lauf selbst sei in Ordnung gewesen, sagte die Romande. „Ich wollte unbedingt locker bleiben in der Kurve. Da war ich dann fast etwas zu locker, der Abstand zur Führenden wurde zu gross. Aber ich kämpfe bis zum Schluss. Nun freue ich mich sehr über diese Medaille, auch wenn man immer mehr will."

Erst wenige Stunden zuvor hatte Angelica Moser Gold im Stabhochsprung geholt. Am Schlusstag kamen mit Silber durch Dany Brand (400 m Hürden) und Bronze durch die 4x100-m-Staffel Edelmetall Nummer 4 und 5 in Bydgoszcz hinzu. Brand erfüllte in 49,14 sogar die Limite für die WM in London bei den "Grossen".

Salome Lang zeigte im Hochsprung einen hervorragenden Wettkampf, egalisierte mit 1,86 m sogar ihre persönliche Bestleistung. Einziger Wermutstropfen: Nur aufgrund der grösseren Anzahl Fehlversuche wurde die WINFORCE-Athletin von der drittplatzierten Italienerin auf vom Podest verwiesen. Trotzdem darf sie mit ihrem vierten Rang mehr als zufrieden sein.

Quelle: Swiss Athletics
Bild: ATHLE.ch