Ordering overview

There are currently no products in your shopping basket.

Bronze und Silber für Küng und Bissegger

Rad-WM Yorkshire

winforce_kueng_wm
Der WINFORCE-Athlet Stefan Küng gewann im WM-Strassenrennen in Yorkshire (GBR) sensationell Bronze. Der Regenspezialist aus dem Thurgau musste sich bei schlechten Wetterbedingungen nur dem überraschenden Weltmeister Mads Pedersen aus Dänemark und dem Italiener Matteo Trentin geschlagen geben.

Küng ging bei misslichen Bedingungen mit Dauerregen, Wind und Kälte bereits 67 km vor dem Ziel in die Offensive und wurde für seinen Mut belohnt. Der Schweizer hielt sich fortan stets in der Spitzengruppe auf und machte einen bestechend starken Eindruck. Als 12 km vor dem Ziel der niederländische Topfavorit Mathieu van der Poel das Tempo der fünfköpfigen Spitzengruppe nicht mehr mitgehen konnte, war die Medaille für Küng bereits zum Greifen nah. Mit einer Tempoverschärfung im letzten Anstieg sorgte Küng selbst dafür, dass auch der Italiener Gianni Moscon abreissen lassen musste.

Auf der ansteigenden Zielgeraden in Harrogate war die Luft beim 25-Jährigen aus Wilen bei Wil dann aber draussen. Küng musste seinen letzten verbliebenen Konkurrenten im Sprint den Vortritt lassen. Mads Pedersen, 23 Jahre alt und bisher noch ohne Sieg auf Stufe World Tour, liess dabei überraschend den italienischen Routinier Matteo Trentin hinter sich und sicherte sich als erster Däne überhaupt das begehrte Regenbogentrikot.

Auch wenn am Ende die grosse Krönung mit dem WM-Titel ausblieb, darf sich Küng zufrieden schätzen. Noch am Mittwoch hatte er im Zeitfahren die angestrebte Medaille als Zehnter deutlich verpasst. Für die Schweiz ist es der erste Medaillengewinn in einem WM-Strassenrennen seit zwanzig Jahren. 1999 gewann Markus Zberg in Verona Silber.

Das wegen teils überfluteter Strassen von 280 auf 261 km verkürzte Rennen entwickelte sich zum erwarteten Ausscheidungsfahren. Zu den zahlreichen Fahrern, die den grossen Anstrengungen frühzeitig Tribut zollen mussten, gehörten auch grosse Namen wie Titelverteidiger Alejandro Valverde, Ex-Weltmeister Philippe Gilbert oder der diesjährige Vuelta-Gewinner Primoz Roglic. Am Ende erreichten nur 46 der 196 gestarteten Fahrer das Ziel.

Schon am Freitag hatte Stefan Bissegger (Swiss Racing Academy) der Schweizer Delegation WM-Silber im Strassenrennen der U23-Kategorie beschert. Der 21-jährige Thurgauer überquerte im Sprint einer siebenköpfigen Spitzengruppe die Ziellinie in Harrogate als Dritter. Weil einige Minuten nach Rennschluss der ursprüngliche Sprintsieger Nils Eekhoff von der Jury disqualifiziert wurde, rückte der Schweizer auf Platz 2 nach. Gold erbte der Italiener Samuele Battistella, der als U23-Weltmeister die Nachfolge des Berners Marc Hirschi antritt. Bronze im bereinigten Klassement ging an den Briten Thoams Pidcock.

Die nasskalten Bedingungen mit Regen und Wind forderten auf den 173 km von Doncaster nach Harrogate einige Sturzopfer. Unter ihnen befand sich mit Joel Suter auch ein Schweizer und mit Nils Eekhoff der vermeintliche U23-Weltmeister. TV-Bilder entlarvten den Niederländer jedoch, wie er sich auf dem Weg zurück ins Feld verbotenerweise von einem Teamfahrzeug mitziehen liess. Statt der Goldmedaille gab es für Eekhoff nach dem Siegerinterview lediglich Tränen der Enttäuschung.

Auch Bissegger hatte auf dem Weg zu WM-Silber einen Schreckmoment zu überstehen. Der Ostschweizer WINFORCE-Athlet befand sich 5 km vor dem Ziel in einer vierköpfigen Ausreissergruppe, als er nach hinten zu den aufrückenden Verfolgern blickte und dabei das Hinterrad des vor ihm fahrenden Briten touchierte. Nur mit viel Glück konnte sich Bissegger auf dem Rad und damit in der Entscheidung um die Medaillen halten. In einem taktischen Schlussspurt sicherte er der Schweiz erst die dritte U23-WM-Medaille nach Gold von Hirschi (2018) und Bronze von David Loosli (2002).

"Leider hat es nicht ganz gereicht für das Regenbogentrikot, aber ich bin sicher zufrieden mit meiner Medaille", sagte Bissegger, der im nächsten August im amerikanischen World-Tour-Team Education First den Schritt zu den Profis wagen wird. Am Dienstag war Bisseggers Traum von einer Medaille nach einem Sturz im vom Regen geprägten U23-Zeitfahren noch geplatzt. Die Medaille im Strassenrennen war für ihn deshalb eine Bestätigung, dass "meine Form stimmt und, dass es im Zeitfahren nur Pech war."

Juniorin Noemi Rüegg (Akros-Thömus) wurde Sechste im Strassenrennen. Das Gleiche gilt für Marlen Reusser (6.) im Zeitfahren der Elite.

Quelle: SDA
Bild: Tour of Slovakia