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Jolanda Neff gewinnt dramatische Finalissima

MTB-Weltcup-Final La Bresse

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Beim Weltcup-Finale im französischen La Bresse hat sich Jolanda Neff ihren zwölften Weltcupsieg und damit auch zum dritten Mal nach 2014 und 2015 den Gesamtweltcup geholt. Die WINFORCE-Athletin gewann in 1:33:03 Stunden mit fünf Sekunden Vorsprung auf die Kanadierin Emily Batty und 27 Sekunden vor der Dänin Annika Langvad. Die deutsche Meisterin Elisabeth Brandau hatte Pech mit einem Kettenriss und wurde nur 30. Zwei Plätze vor ihr: Adelheid Morath (The jb BRUNEX Felt Team) nach einem Magen-Darm-Infekt.

Selten hat man ein so packendes Damen-Rennen gesehen. Vor allem vier Frauen sind es, die den Zuschauern in den Vogesen einen Wettkampf lieferten, den sie wohl nicht mehr vergessen werden. Es gibt an diesem Tag viele, sehr viele Defekte. Betroffen sind auch Jolanda Neff und Annika Langvad, was der Dramaturgie dann jeweils spezielle Wendungen gibt. „Wenn ich hätte ein Drehbuch zu einem Film schreiben müssen, über das verrückteste Rennen, ich glaube, ich hätte es nicht besser schreiben können. Es war unglaublich“, meinte Neff, auch 20 Minuten nach der Zieleinfahrt noch ausser Atem.

Sie übernimmt rasch die Führung, holt durch ihre überragenden technischen Fähigkeiten einen Vorsprung von etwa 20 Sekunden heraus, muss dann jedoch zuschauen, wie fünf Konkurrentinnen vorbei ziehen, während sie sich in der Technischen Zone wegen Defekts ein neues Hinterrad einbauen lässt. Neff kämpft sich bald wieder an Alessandra Keller heran, lässt ihre Schweizer Landsfrau hinter sich und schliesst bereits wieder an die dritte Stelle auf. Das ist die Position, die sie mindestens benötigt, um sich bei einem Sieg von Annika Langvad die Gesamtwertung zu sichern. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Langvad erleidet ebenfalls Defekt und Jolanda Neff dann ein zweites Mal.

So wird die Reihenfolge ständig durcheinander gewürfelt. Emily Batty und Pauline Ferrand Prevot bleiben verschont, können sich aber nie absetzen. Immer wieder gibt es Attacken, Langvad ist in den technischen Passagen die Schwächste, Neff die Schnellste. Ende der vorletzten Runde scheint Langvad bereits geschlagen, als sie stürzt und zwölf Sekunden zurückliegt. Doch alle vier Frauen zeichnet ein grossartiger Kampfgeist aus und Langvad fährt noch mal heran.

In der Schlussrunde übernimmt Jolanda Neff das Kommando. Es sind dann auch ihre technischen Fähigkeiten, die entscheiden. Aus einem Abschnitt im Wald, den sie als einzige komplett auf dem Bike bewältigt, kommt sie mit 18 Sekunden Vorsprung heraus. Allerdings kämpft Emily Batty um ihren ersten Sieg und es gelingt ihr noch bis auf fünf Sekunden an die Schweizerin heran zu kommen.

„Es war unglaublich“, wiederholt Welt- und Europameisterin Jolanda Neff. „Vom Start bis ins Ziel, so viel Action, so viele Emotionen.“ Und sie bekennt, dass sie zwischendurch schon gerechnet habe. Zwei Mal hab ich gedacht, ja das ist es jetzt gewesen, mit dem Gesamtsieg. Dann bin ich gefahren und gefahren. Es ist bis zur Ziellinie wirklich unglaublich gewesen. Ich bin überglücklich. Es ist ein Traum zum dritten Mal den Gesamtweltcup zu gewinnen und es ist ideal für die WM.“

Elisabeth Brandau lag an neunter Position, als sie in der zweiten Runde Probleme mit dem Verschluss ihres Schuhes bekam. Sie tauschte ihn, verlor fünf Positionen, war jedoch bald wieder auf dem Weg in die Top-Ten. Doch gleich darauf hatte sie erneut und noch grösseres Pech. Bei der Schönaicherin riss die Kette. Nach dem Tausch lag sie nur noch an 38. Stelle, doch von dort gab es keine echte Aufholjagd mehr. „Die Kette hat nicht richtig gepasst. Sie ist immer gesprungen und ich bin ins Leere getreten“, erzählte sie im Ziel. „Es ist echt ärgerlich, aber irgendwie geht immer was schief.“

Trotz des Malheurs und nur Rang 30 (+9:11) konnte Brandau ihren zehnten Rang in der Gesamtwertung verteidigen. Was für das Finalwochenende auch ihr ursprüngliches Ziel war. Für die Freiburgerin Adelheid Morath war nicht mehr drin als Rang 28 (+8:25). Die Gesamtsiegerin des Bike Giros Nordschwarzwald hatte sich Magen-Darm-Probleme eingehandelt und deshalb schon das Short Track-Rennen am Freitag ausgelassen. „Ich war komplett kraftlos, von Anfang bis Ende“, gestand Morath.

Sabine Spitz konnte nach ihrer langwierigen Verletzung in ihrem 117. Und letzten Weltcup-Rennen nicht mithalten und wurde mit einer Runde Rückstand 52. Die Gesamtweltcupsiebte Gunn-Rita Dahle Flesjå musste wegen einer Erkältung auf das Weltcupfinale verzichten.

Bei den Männern feierte der letztjährige Junioren-Europameister Jofre Cullell mit Platz 2 sein bisher bestes U23-Weltcupergebnis. Filippo Colombo verteidigt trotz Platz 20 seinen dritten Rang im U23-Gesamtklassement. Europameister Lars Forster (2. im Short Track) und der französische Meister Titouan Carod (9. im XCO-Rennen) vom BMC MTB Racing Team beenden die Elite-Weltcupsaison in den Top Ten (9./10.).

Quelle: aCrossTheCountry
Bild: EGO-Promotion