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Interview mit dem Schweizer Newcomer des Jahres

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Kein Schweizer Leichtathlet treibt seine Karriere seit den Jugendjahren derart kompromisslos voran wie der 22-jährige Julien Wanders. 2018 erntete der WINFORCE-Athlet erstmals auf internationaler Stufe die Früchte der harten Arbeit.

Der schweizerisch-französische Doppelbürger hatte mit 18 Jahren gerade eben die Matura geschafft, als er aufbrach, um den Traum vom Top-Läufer zu erfüllen. Der Sohn einer Musiker-Familie reiste erstmals nach Kenia. Seither lebt und trainiert er mehrheitlich im Hochland des Läufermekkas Iten auf 2400 m über Meer. Er logiert dort in bescheidenen Verhältnissen. In der Regel bestimmen Training, Essen und Schlafen seinen Lebensrhythmus bis zum nächsten Wettkampf.

Mit Erfolg. Inzwischen liefert Wanders Zeiten ab, die weder Viktor Röthlin noch Tadesse Abraham vorweisen können oder konnten. Im Februar senkte der Jungspund in Barcelona den Schweizer Halbmarathon-Rekord auf 1:00:09 Stunden, einen Monat später überraschte er an der Halbmarathon-WM in Valencia mit dem starken 8. Rang und an den Europameisterschaften in Berlin zeigte Wanders über 5000 m (8. Rang) und 10'000 m (7.) starke Rennen. Der eigentliche Coup gelang ihm aber Mitte Oktober beim City Surf Run in Durban. Beim Strassenlauf über 10 km entriss er keinem geringeren als dem vierfachen Olympiasieger Mo Farah den Europarekord, der nun bei 27:32 Minuten und in Schweizer Besitz steht.

Wanders sei über den Winter ein anderer Mensch geworden, sagte sein Trainer Marco Jäger vergangenen Frühling: "Früher gab sich Julien nach aussen selbstsicher, innerlich aber zweifelte er. Das hat sich geändert." Diese Aussage untermauerte Wanders mit Taten. Seine Leistungen bedingen die Selbstsicherheit und das Vertrauen in den eingeschlagenen Weg. Der Romand bewies, dass er ein höheres Level erreicht hat und gegen die Besten bestehen kann.

Quelle: SDA
Bild: RTS