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Matthias Kyburz glänzt vierfach an der Heim-EM

OL-EM Tessin

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Mit zweimal Gold (Sprint/Mitteldistanz) und zweimal Silber (Staffel/Langdistanz) war Matthias Kyburz der erfolgreichste Orientierungsläufer an den Heim-Europameisterschaften im Tessin. Daniel Hubmann gewann Gold (Sprint), Silber (Staffel) und zwei Diplome (5. Langdistanz/7. Mitteldistanz), Sarina Jenzer ein Diplom (7./Sprint).

Sprint
Sensationeller Auftakt zu den OL-Europameisterschaften aus Schweizer Sicht: Bei den Männern gewinnen Matthias Kyburz und Daniel Hubmann zeitgleich die Goldmedaille.

Ein anspruchsvoller, kniffliger und physisch harter Parcours forderte den Athletinnen und Athleten bei hohen Temperaturen alles ab. Fast die Hälfte der Posten befand sich in oder rund um die Altstadt Mendrisios, die letzten Posten standen auf dem Gelände der „Accademia di architettura" im lauschigen Parco der Villa Argentina.

Im Rennen der Männer zählte mindestens ein halbes Dutzend Läufer zum engeren Favoritenkreis. Mit dabei: Sprint-Weltmeister Daniel Hubmann und Sprint-Europameister Matthias Kyburz, zwei Teamkollegen, die gleichzeitig auch ihre grössten Konkurrenten sind. Da die Zeit ohne Zehntelsekunden gemessen wird, klassierten sich die beiden nach einem spannenden und jederzeit „engen" Rennen zeitgleich auf dem ersten Rang. Beide nach einem Lauf ohne grössere Fehler.

„Natürlich bin ich sehr zufrieden mit der Goldmedaille, mit dem Rennen hingegen nicht so, es war zeitweise etwas hektisch. Physisch lief es mir gut, ich hatte einen guten Zug, machte keine gröberen Fehler", meinte Daniel Hubmann zu seinem Lauf im Ziel.

Auch Matthias Kyburz sprach von einem physisch harten, aber fehlerfreien Lauf. „Gemeinsam gewinnen ist super! Dieser Sieg bringt uns an der WM in Lettland zwei zusätzliche Plätze. Mir sind keine Fehler bewusst, aber am Schluss habe richtig gelitten!" Mit Sarina Jenzer (7.) gewann eine weitere WINFORCE-Athletin ein Diplom.

Mitteldistanz
Gleich einen ganzen Medaillensatz gewann das Schweizer OL-Team im Final über die Mitteldistanz an den Europameisterschaften im Tessin: Matthias Kyburz verteidigte seinen Titel von 2016, Florian Howald wurde Zweiter, und Juniorin Simona Aebersold gewann in ihrem erst zweiten Rennen bei der Elite als Dritte ihre erste Medaille!

Einen nie gefährdeten Sieg errang Matthias Kyburz, der Titelverteidiger: ab dem 6. Posten lag der Fricktaler in Führung – und er fühlte sich gut dabei. "Heute war das Technische wichtiger als nur der Speed, aber ich hatte nur zwei ganz kleine Fehler und konnte durchgehend gut Druck machen. Es war sicher ein sehr guter Lauf, die Bahn bot genau das, was wir erwartet hatten", sagte der neue und alte Europameister sehr entspannt.

Daniel Hubmann (7.) hingegen seine Enttäuschung nicht verbergen. "Im Middle kannst Du nicht ein bisschen taktieren, wenn man eine Medaille will, muss man Risiko nehmen. Das ist bei mir heute nicht aufgegangen, es hat einfach nicht alles zusammengepasst." Der Sprint-Co-Europameister fuhr unmittelbar nach dem Rennen ins nächste Spital, um seine nach einem Sturz ramponierte Hand röntgen zu lassen. Noch mehr Pech hatte Andreas Kyburz: Nach einem guten Lauf musste er nach einem Sturz mit Verdacht auf Bänderriss aufgeben.

Staffel
Nach der Goldmedaille der Schweizer Frauen doppelte die Männer beinahe nach: Schweiz 1 gewann in der Besetzung Florian Howald, Matthias Kyburz und Daniel Hubmann hinter dem amtierenden Weltmeister Norwegen die Silbermedaille.

Florian Howald, Startläufer im Team Schweiz 1, blieb immer im Spitzenpulk und konnte auf dem 4. Rang mit fünf Sekunden Rückstand auf die Spitze an Matthias Kyburz übergeben. Der Doppeleuropameister konnte den geringen Rückstand auf die Spitze schnell wettmachen und übernahm die Führung – vorerst vor dem überraschenden Engländer Hodkinson und dem immer stärker werdenden Norweger Magne Daehli. Lange führte Kyburz. Doch nach einer längeren Gabelung und zwei kleinen Unsicherheiten nach dem Überlauf, übergab der Mitteldistanz-Europameister als Dritter – 25 Sekunden hinter Norwegen und 22 Sekunden hinter Schweiz 2, das mit Fabian Hertner zehn Ränge gutgemacht hatte.

"Es war fast eine etwas zu lange Pause für mich zwischen den Wettkämpfen, daher fühlte ich mich heute physisch irgendwie gehemmt und konnte nicht voll Gas geben. Vielleicht liegt es auch daran, dass es der sechste Wettkampf in sieben Tagen war. Aber bis jetzt bin ich mit meinen EM-Läufen sehr zufrieden", sagte Kyburz im Ziel.

Die Affiche auf dem letzten Teilstück lautete also: Der mehrfache Weltmeister Olav Lundanes (Nor) gegen Martin Hubmann gegen den mehrfachen Weltmeister Daniel Hubmann. Viel spannender könnte auch ein Action-Regisseur die Ausgangslage nicht gestalten.

An der Spitze änderte sich jedoch nichts mehr: Lundanes lief ein fehlerfreies und schnelles Rennen, der Vorsprung pendelte meistens zwischen 20 und 30 Sekunden – die Weltmeister wurden einigermassen ungefährdet Europameister. dahinter wiederholte sich die Geschichte aus dem Rennen der Frauen: Schweiz 1 (Daniel Hubmann) überholte Schweiz 2 (Martin Hubmann) noch vor dem 6. Posten, die Jagd auf Norwegen fand allerding nie richtig statt. "Es lief mir eigentlich ganz gut, aber ich bin nie ganz an Lundanes herangekommen, da ich nie nahe genug war", sagte Daniel Hubmann. "Eventuell hatte ich eine etwas längere Gabelung und auf der Schlussschlaufe hatte ich noch zwei, drei kleine Unsicherheiten", sagte der Thurgauer und Wahl-Berner.

Langdistanz
Sogar noch etwas stärker als die Schweizer Frauen schlossen die Männer diese Langdistanz ab: Mit Matthias Kyburz als Silbermedaillen-Gewinner, den Gebrüdern Hubmann auf Rang 5 (Daniel) und 6 (Martin) sowie Fabian Hertner auf Rang 8 waren die Schweizer das dominierende Team in der Königsdisziplin Langdistanz, die mit 14,9 Kilometern und über 900 Höhenmetern gespickt war.

Lange Zeit lag dabei Matthias Kyburz in Führung, er, der noch nie an einem internationalen Wettkampf über die Langdistanz eine Medaille gewinnen konnte. Gegen den immer stärker aufkommenden Olav Lundanes reichte es dann aber nicht ganz: Rang 2, die erste Medaille!

„Es ist genial, da ist sie endlich, meine erste internationale Medaille auf der Langdistanz. Ich habe im Schlussabstieg nach Tesserete einen Posten verfehlt, das hat mich sicher eine Minute gekostet, und ganz am Schluss im Hang bin ich nicht so gut gelaufen. Zudem spürte ich gegen Schluss, dass ich auf Krämpfe aufpassen muss. Meine EM-Bilanz mit vier Starts, vier Medaillen, je zweimal Gold und Silber ist einfach perfekt."

Lange Zeit in der Spitze vertreten war auch Daniel Hubmann, der aber im letzten Drittel verschiedentlich Zeit einbüsste und so auf den für ihn enttäuschenden 5. Rang lief. Ich habe den 25. Posten lange gesucht und wahrscheinlich auch einen gröberen Routenwahlfehler gemacht. Ich muss das zuerst analysieren, aber der Rang ist enttäuschend, klar", sagte Hubmann gefasst. Er bezeichnet seine EM-Bilanz als okay, aber nicht überragend.

Quelle: Swiss Orienteering