Vue d'ensemble de la commande

Votre panier est vide pour le moment.

Daniel Hubmann mit WM-Gold und Doppelsilber

OL-WM Lettland

winforce_hubmann_lettland
Sprint
Perfekter Auftakt für das Schweizer Team an den Weltmeisterschaften in Lettland: Im Sprint-Rennen verteidigte Daniel Hubmann seinen WM-Titel erfolgreich, Andreas Kyburz gewann überraschend die Bronzemedaille.

Daniel Hubmann wird nicht älter, er wird schneller: Nach WM-Gold vor Jahresfrist in Estland und EM-Gold im Mai im Tessin (zeitgleich mit Matthias Kyburz) gewann er zum dritten Mal in 12 Monaten internationales Gold. „Ich kann mir nicht erklären, weshalb ich dreimal Sprint-Gold in Serie gewonnen habe, aber jetzt bin ich einfach sehr zufrieden", sagte Hubmann. „Im Sprint musst du immer voll angreifen, da hilft kein taktieren. Ich rutschte in der ersten Kurve auf dem nassen Kopfsteinpflaster aus, stürzte aber nicht. Da wusste ich, wie viel es leiden mag", ergänzte er. Er habe im Gegensatz zu vielen anderen Athleten keine Probleme mit den vielen Touristen in den Gassen gehabt.

Gut 20 Sekunden hinter Hubmann gewann wie erwartet ein Kyburz eine Medaille – aber nicht Matthias war es, sondern sein Bruder Andreas, der vor zwei Monaten an der EM einen Bänderriss erlitten hatte und jetzt wie aus dem Nichts aufs Podest lief. „Es ist irrsinnig", sagte Kyburz total aus dem Häuschen. „Es ging nach meiner Verletzung sehr schnell wieder aufwärts, ich konnte bald wieder gut trainieren, die WM-Testläufe gegen harte interne Konkurrenz gaben mir Zuversicht", so Kyburz und ergänzte: „Es war ein sehr spezieller Lauf mit dem total unebenen Pflastersteinboden, dem heftigen Regen und den vielen Leuten in den Gassen."

„Nur" den 5. Rang erreichte der mehrfache Weltmeister und Sprint-Europameister Matthias Kyburz, der nach zwei Stürzen ziemlich gezeichnet wirkte. „Es war tricky, aber ich bin mir keinen Fehler bewusst. Aber es hat heute einfach etwas gefehlt, um ganz vorne mitzulaufen."

Mitteldistanz
Silber für Daniel Hubmann am dritten WM-Tag in Lettland. In einem engen Rennen mit stetig wechselnden Leadern entscheiden am Schluss wenige Sekunden über Edelmetall: Matthias Kyburz läuft mit 23 Sekunden hinter dem neuen Weltmeister Eskil Kinneberg ins Ziel – und gewinnt damit "nur" ein Diplom!

Besser belohnt werden Daniel Hubmann und Florian Howald. Der eine gewinnt seine 26. WM-Medaille (seine zehnte in Silber!), der andere seine erste. "Klar ist es super, eine Medaille zu gewinnen. Aber wenn ich sehe, wie wenig schliesslich zu Gold gefehlt hat, ist mein missglückter Start schon bedauerlich"; sagte ein nicht restlos glücklicher Daniel Hubmann. Nach Problemen zum ersten Posten sei er nicht gleich voll ins Rennen gekommen und habe dort die entscheidenden Sekunden auf Gold verloren.

Am anderen Ende der Gefühlsskala findet sich Matthias Kyburz wieder: Nach Problemen zum 1. und zum 7. Posten liegt er zeitweise deutlich zurück, danach gelingt ihm ein sauberer Lauf, der ihn noch bis auf den 4. Rang führt. Ein Rang, der einen Läufer wie ihn enttäuschen muss. "Trotzdem bin ich nach den ersten beiden Rennen nicht verunsichert, denn der zweite Teil des Middle hat mir gezeigt, dass ich es drauf habe. Deshalb schaue ich zuversichtlich auf den Staffelwettbewerb", sagt Kyburz im Ziel.

Staffel
In einem turbulenten Rennen setzten sich schliesslich auch bei den Herren doch die Favoriten durch. Das Team aus Norwegen konnte das Rennen 10 Sekunden vor der Schweiz und 13 Sekunden vor den Franzosen für sich entscheiden. Die lange Zeit in Führung liegenden Letten wurden auf Rang 7 durchgereicht.

Florian Howald lief lange Zeit ganz vorne mit, schien das Gelände mit seinen steilen und unübersichtlichen Hängen im Griff zu haben, es zeichnete sich eine Übergabe an der Spitze an Daniel Hubmann ab. Bis zu Posten 14 bei der Burg Turaida, kurz vor dem Ende der Startstrecke. Den überlief er zusammen mit seinem finnischen Begleiter. Howald konnte sich gut erklären, weshalb er diesen 14. Posten unmittelbar vor der TV-Kamera schlicht übersieht: „Ich war nach dem harten Aufstieg auf der langen Routenwahl zurück in den Zielbereich komplett übersäuert. Der Sauerstoffmangel führte dazu, dass ich glaubte, dies sei gar nicht mein Posten. Erst als mir alle Läufer entgegenkamen, habe ich meinen Fehler realisiert.

Rang 13 und 1:25 Minuten Rückstand beeindruckten indes Daniel Hubmann nicht: „Ich glaubte nicht, dass das Rennen gelaufen sei, 1:25 Minuten Rückstand ist keine Vorentscheidung in diesem lettischen Terrain. Ich selbst bin eigentlich gut gelaufen, hatte alles unter Kontrolle, am Willen hat es nicht gefehlt. Ich musste beim Posten 9 etwas suchen, und habe am Schluss zu Posten 14 einen gröberen Routenwahlfehler gemacht", sagte Hubmann, der seine mittlerweile 11. WM-Silbermedaille in Empfang nehmen durfte. Anstatt so mit den Führenden ins Ziel zu laufen verlor Hubmann rund eine Minute im steilen krautigen Aufstieg und kam so wiederum mit 1:25 Minuten Rückstand ins Ziel.

Als 9. stieg schliesslich Matthias Kyburz ins Rennen – mit einer klaren Strategie. "Ich wusste, dass ich mich auf mein Rennen konzentrieren musste." Das gelang ihm bestens, sukzessive verringerte er erst den zeitlichen Rückstand, dann verbesserte er sich Rang um Rang, da es vor der langen Routenwahl zum grosse Zusammenschluss von rund sieben Teams kam. Dadurch konnte Kyburz seine Laufstärke auf der Umlaufroute im steilen Schlussanstieg zu Posten 14 ausspielen. «Wir waren uns bewusst, dass man in diesem Gelände schnell eine Minute oder mehr verlieren oder eben aufholen kann." Aber das Gefühl, als 9. und hinter all den starken Teams zu starten, sei schon eine Belastung gewesen, sagt ein sehr glücklicher Kyburz. "Ich wollte unbedingt mit einer WM-Medaille aus dem Baltikum abreisen und bin happy, dass das gelungen ist", sagte Kyburz, welcher den Franzosen Tranchand im Schlussspurt hinter sich lassen konnte. Silber als Belohnung für eine gelungene Aufholjagd!

Langdistanz
Matthias Kyburz geht ohne Einzelmedaille von diesen Weltmeisterschaften nach Hause. „Es hat nicht sein sollen", sagte er enttäuscht. Obwohl er nach dem hervorragenden Lauf in der Staffel extrem motiviert gewesen sei. Aber ein gröberer Fehler auf dem Weg zu Posten 1 sorgte für eine nachhaltige Ernüchterung, obwohl er sich physisch sehr gut gefühlt habe. „Als mich der Schwede Gustav Bergman einholte, wusste ich, dass ich nicht gut unterwegs war", resümierte Kyburz. Keiner konnte sich wirklich vom anderen absetzen und trotz zwischenzeitlich unterschiedlicher Routenwahlen blieben sie mehr oder weniger das ganze Rennen zusammen.

Weniger enttäuscht als viel eher erstaunt war Daniel Hubmann nach seinem 4. Rang. „Ich hatte ein gutes Gefühl, bin mir keiner echten Fehler bewusst. Ich ging an den Start mit dem Ziel, eine Medaille zu gewinnen", sagte Hubmann. „Ich habe mir den Abschluss schon etwas anders vorgestellt, aber ich bin mit meiner WM mit einer Gold- und zwei Silbermedaillen sehr zufrieden."

Quelle: Swiss Orienteering
Bild: Swiss Orienteering / Rémy Steinegger www.steineggerpix.com