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Schweizer­innen schreiben Sprint­geschichte

Leichtathletik-WM Doha

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Die Schweizer Sprint-Staffel der Frauen verpasste an den Weltmeisterschaften in Doha (QAT) den Sprung aufs Podest nur um 8 Hundertstel. Ajla Del Ponte (US Ascona), Sarah Atcho (Lausanne-Sports), Mujinga Kambundji (STB) und Salomé Kora (LC Brühl) belegten mit dem nationalen Rekord von 42,18 Sekunden den fantastischen 4. Platz. Über 200 Meter hatte Bronzemedaillengewinnerin Kambundji bereits Schweizer Sprintgeschichte geschrieben.

„Ein 4. Rang kann negativ oder positiv sein. Heute sind wir zufrieden. Der Schweizer Rekord ist wohl das Beste, das wir erreichen konnten“, sagte die WM-Dritte Mujinga Kambundji nach ihrem insgesamt siebenten Einsatz in Doha.

Auch die Schlussläuferin Salomé Kora stellte den positiven Aspekt in den Vordergrund: „Vierte auf europäischem Niveau (EM-Berlin 2018 – Red.), nun Vierte auf Weltniveau: Das ist ein gutes Omen für nächstes Jahr. Aber wir müssen als Einzelläuferinnen noch schneller werden.“

Im Vorlauf hatte der Wechsel von Kambundji auf Kora nicht geklappt, diesmal gelang die Stabübergabe einwandfrei. „Der schlechte Wechsel im Vorlauf war ein Weckruf“, fügte die St. Gallerin an.

Kora konnte auf der Zielgeraden nicht zur Amerikanerin Kiara Parker aufschliessen. Die eigene Bestmarke, im vergangenen Jahr an der Athletissima in Lausanne erzielt, verbesserte das Quartett um elf Hundertstel. Ausser Reichweite lagen die Jamaikanerinnen, die in 41,44 Sekunden eine Jahresweltbestleistung aufstellten, und die Britinnen (41,85). Die Chinesinnen lagen bis zum dritten Wechsel gleichauf mit den Schweizerinnen, ehe sie patzten.

Mujinga Kambundji hatte drei Tage zuvor in Doha (QAT) im entscheidenden Moment zugeschlagen. Die Schweizer Rekordhalterin zeigte im 200-m-Final eine Weltklasseleistung und wurde dafür mit der Bronzemedaille belohnt. EIn historischer Erfolg für die Schweizer Leichtathletik!

„Ich bin so froh, habe ich diese Chance gepackt“, schwärmte die Bernerin. „Ich ging mit grosser Vorfreude in diesen Lauf und ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden.“ Nach dem Zieleinlauf stand Kambundji zunächst etwas ratlos herum, als ihr Name jedoch im 3. Rang aufleuchtete, sank sie vor Freude zu Boden. „Ich wusste nicht, ob es reicht. Ich dachte, von 3 bis 6 ist alles möglich“, schilderte sie das bange Warten.

Die 27-jährige Bernerin ist nach Anita Weyermann, die 1997 über 1500 m ebenfalls Dritte wurde, erst die zweite Schweizer Frau, die auf dieser Stufe den Sprung aufs Podest geschafft hat. Eine Medaille im Sprint gab es noch nie.

Mujinga Kambundji musste sich mit 22,51 Sekunden einzig der Favoritin und Europameisterin Dina Asher-Smith (21,88) aus Grossbritannien und der Amerikanerin Brittany Brown (22,22) geschlagen geben. Ihren Ende August an den Schweizer Meisterschaften in Basel erzielten Schweizer Rekord verpasste sie um 25 Hundertstel. Es war für Kambundji die zweite Medaille auf Weltniveau nach Bronze im vergangenen Jahr an den Hallen-Weltmeisterschaften in Birmingham über 60 m. Auch an der EM 2016 in Amsterdam (NED) gewann sie über 100 m Bronze.

Damit entschädigte sie sich für viele bittere Momente. An den letztjährigen Europameisterschaften in Berlin resultierten gleich drei 4. Ränge, zu Bronze fehlten sechs (100 m), acht (200 m) respektive sieben Hundertstel (4x100 m).

Beim 5. Platz über 60 m an den Hallen-Europameisterschaften Anfang März in Glasgow (GBR) verfehlte sie das Podest um eine Hundertstelsekunde. In Doha verpasste sie den Final über 100 m gar nur um fünf Tausendstel. War es für den Energiereserven vielleicht sogar von Vorteil, dass sie beim 100-m-Final zusehen musste? „Ich glaube nicht. Aber ich kann auch aus Niederlagen etwas lernen. Vor dem 100-m-Halbfinal war ich wohl etwas zu verkrampft. Im 200-m-Final war meine Vorfreude viel grösser“, sagte sie.

Es gelang ihr, im entscheidenden Moment bei sich selber zu bleiben und sich auf den letzten Metern nicht zu verkrampfen. Das war auch nötig – die Differenz zur viertplatzierten Amerikanerin Anglerne Annelus betrug acht Hundertstel.

Kambundji bescherte Swiss Athletics die insgesamt achte Medaille an Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Neben ihr und Weyermann gewann Kugelstösser Werner Günthör dreimal Gold (1987, 1991 und 1993), André Bucher sicherte sich 2001 über 800 m den Titel, Marcel Schelbert 1999 über 400 m Hürden sowie Viktor Röthlin 2007 im Marathon holten jeweils Bronze.

Kambundji ist trotz ihrer erst 27 Jahre schon seit einem Jahrzehnt über die Leichtathletik hinaus national bekannt. 2009 wurde die in Bern aufgewachsene Tochter eines Kongolesen und einer Schweizerin erstmals nationaler Champion über 100 und 200 m. Die Athletin des ST Bern verbesserte ihre Bestleistungen kontinuierlich und schaffte so den Vorstoss in die Weltspitze. Im Juli 2018 lief Kambundji die 100 m erstmals unter elf Sekunden (10,95), vor gut einem Monat entriss sie Lea Sprunger (COVA Nyon) den Schweizer Rekord über 200 m.

Seit dem letzten November gehört Kambundji der Trainingsgruppe des englischen Coaches Steve Fudge an, die in London (GBR) stationiert ist. Ihr Jugend-Coach Jacques Cordey und Adrian Rothenbühler beraten und betreuen Kambundji aber weiterhin.

Quelle: Swiss Athletics / SDA
Bild: Hugo Rey / athletics-champions

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